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Gute Ideen praktisch umgesetzt
Presse Hofer Anzeiger vom 30.10.2008


Gealan Formteile | Anregungen aus den Reihen der Mitarbeiter fließen ins Konzept für das neue Werk
in Oberkotzau ein. Familienfreundlichkeit wird großgeschrieben, und die Belegschaft freut sich über ein Bistro.
Von Kerstin Dolde

Oberkotzau – Helle Holztische mit modernen Stühlen stehen im lichtdurchfluteten Bistro. Ein dunkler Holz-
boden schafft dazu die optische Wärme. Pflanzen stehen auf den Tischen, viel Grün ist im Raum dekoriert.
An der Theke dampft das Kren- fleisch, das freundliches Servicepersonal auf eleganten Tellern serviert.
Kein Nobelrestaurant hat hier in Oberkotzau eröffnet, sondern „Theo’s Bistro“ – die Firmenkantine im neuen
Gebäude von Gealan Formteile.

Vor wenigen Wochen wurde das Werk des Unternehmens eingeweiht (wir berichteten). Das moderne Fabrik-
gebäude besticht nicht nur durch architektonische Eleganz, sondern es birgt auch etliche Besonderheiten
und Annehmlichkeiten, die sich die Mitarbeiter im Vorfeld gewünscht haben.

„Wie stellen sich die Mitarbeiter das Unternehmen der Zukunft vor, haben wir nachgefragt“, erklärt dazu Ge-
schäftsführer Thomas Fickenscher. Dabei habe vor allem die Familienfreundlichkeit im Mittelpunkt der Unter-
suchungen gestanden. Es sei oft nicht einfach, Mitarbeiter in die Region zu holen oder sie hier zu halten.
Und da wolle man eben als Unternehmen attraktiv sein, wenn man gute Leute haben oder halten wolle.

Diplomarbeit
Ausgangspunkt der Befragung war eine Anregung von Professor Dr. Thomas Meuche von der Hofer Hochschule.
Dieser hatte eine Diplom-Arbeit zu genau diesem Thema angeregt. „Wir haben uns spontan entschlossen, das
zu machen“, sagt Thomas Fickenscher. Und man habe das nicht bereut, bekräftigt Jürgen Weitmeier.

Eine Studentin habe die Befragung durchgeführt und vieles bis zur Umsetzung mit begleitet. „Ganz toll“ habe sie
das gemacht, wie Fickenscher und Weitmeier betonen.

„Unsere Mitarbeiter hatten sich Kinderbetreuungs-Möglichkeiten in den Sommerferien gewünscht“, berichtet
Fickenscher weiter. Das Unternehmen sei darauf eingestiegen, habe sich mit dem Kreisjugendring kurzgesch-
lossen. „Wir haben etliches angeboten, Kinder von Mitarbeitern zu den Angeboten gefahren, wir haben ein Zelt-
lager unterstützt, haben Kinder in die Allianz-Arena gebracht, sie waren auch im Zoo von Leipzig oder als Teil-
nehmer in einem Fußballcamp.“

Der zweite Wunsch der Mitarbeiter war nicht ganz billig, doch es fand sich ein Weg, diesen doch Realität werden
zu lassen: Eine Terrasse oder ein Balkon stand lange auf der Wunschliste ganz oben. „Als wir den Eon-Umwelt-
preis erhalten haben, haben wir das Preisgeld für eine Terrasse angelegt“, berichtet der Geschäftsführer.
Die Terrasse befindet sich jetzt direkt am Neubau und sei schon in den ersten Wochen sehr gut angenommen
worden.

Doch zurück zum Bistro, das ebenfalls auf die Wünsche der Mitarbeiter zurückgeht. „Viele hatten den Wunsch
nach einem warmen Mittagessen geäußert“, führt Claudia Gronwald, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei
Gealan, aus. Nun, da das Bistro geöffnet habe, werde das Angebot gut angenommen. Zwischen 50 und 70 Mittag-
essen werden hier täglich ausgegeben. Das Essen wird durch den Betrieb subventioniert. 2,90 Euro müssen die
Mitarbeiter dafür nur aus eigener Tasche zahlen. „Manche nehmen sich auch eine Mahlzeit nach Hause mit –
für die Kinder“, weiß Thomas Fickenscher.

Die Resonanz unter den Mitarbeitern sei gut. Das Essen schmecke allen. Und vor allem werde die Möglichkeit
zur Kommunikation gelobt. Beim gemeinsamen Mittagessen treffe man Kollegen, die in anderen Bereichen tätig
seien oder man löse eben in der Mittagspause so nebenher das eine oder andere Problem.

Neue Stellen geschaffen
Für „Theo’s Bistro“ wurden eine Vollzeit- und eine Teilzeitkraft eingestellt. „Beide sind ein echter Glücksgriff“,
lobt der Firmenchef. Das habe sich alles sehr gut angelassen. Bedauerlicherweise könnten die Annehmlich-
keiten der Kantine derzeit nur von den Mitarbeitern des Oberkotzauer Werkes genutzt werden. „Vielleicht findet
sich auch für die anderen irgendwann eine Lösung“, betont Thomas Fickenscher, „wir arbeiten dran.“

Wichtig sei allen gewesen, auch Lieferanten der Region zu bedenken. Auch die Ausstattung sei hier gekauft
oder produziert worden. Und mit einem Blick auf die modern und ungewöhnlich geformten Blumenampeln, die
im Bistro von der Decke hängen, schmunzeln Fickenscher und sein Geschäftsführer Jürgen Weitmeier:
„Die Blumentöpfe sind eigentlich Lautsprecherboxen. Und die produzieren wir hier in unserem Oberkotzauer
Werk.“

 

 
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