05.09.2010
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Unternehmen, die Mut machen - GEALAN brüllt mit den Löwen (Frankenpost)
Neben den Gewinnern wurden in den drei Kategorien, in denen der Mittelstandslöwe vergeben wird,
je zwei weitere Unternehmen als Nächstplatzierte ausgezeichnet. Dies waren: KaGo und Hammer-
schmidt, Wunsiedel, und Pro-Belting International, Schauenstein (für „Produkt-Innovation“);
Tansfer/Interim Zeitarbeit, Hof, und Fritsche Accessoires, Helmbrechts (für „Start-Up“);

Gealan Formteile, Oberkotzau, und BD Sensors, Thierstein (für „Lebenswerk“).
Mittelstandslöwe | Die Initiative von Frankenpost und Sparkassen ehrt hochfränkische Betriebe mit begehrter
Porzellan-Trophäe für herausragende Leistungen. Die Jury ist vom innovativen Potenzial der Region begeistert.

Von Rainer Maier
Hof – Es war ein Abend der Mutmacher, dieser Donnerstag am Theresienstein. Nicht nur, weil bei
der Verleihung des Mittelstandslöwen die Festredner den wirtschaft- lichen Aufschwung wortreich
beschworen. Auch, weil im Saal zehn Unternehmer saßen, die gezeigt haben, dass es geht.

Insgesamt hatten sich im vierten Wettbewerbsjahr 41 hochfränkische Betriebe für die Auszeichnung
empfohlen. Und alle Teilnehmer hätten die begehrte Trophäe, mit der herausragende unternehmerische
Leistungen gewürdigt werden, verdient gehabt, wie der Hofer Sparkassen-Vorstand Michael Maurer
am Schluss zusammenfasste. Doch wie immer gab es nur drei Gewinner der mit je 5000 Euro dotierten Preise.

Preise in drei Kategorien
Der Mittelstandslöwe „Produkt-Innovation“ ging an die Hofer Symphoniker gGmbH, in der Kategorie „Start-Up“
wurde IME-DC aus Oberkotzau ausgezeichnet, mit dem „Lebenswerk“-Löwen wurde die Heinrich Leupoldt KG
aus Weißenstadt gewürdigt. Der zusätzlich ausgelobte, mit 3500 Euro dotierte Frankenpost-Leserpreis wurde
dem „Schmankerl-Hotel und -Restaurant Bauer“ in Tröstau verliehen.

Der Moderator des Abends, Frankenpost-Redaktionsdirektor Werner Mergner, sagte, als Mitglied der Jury
habe er „von Stunde zu Stunde mehr gestaunt“ über das enorme innovative Potenzial der Region: „Es ist
begeisternd, was hier geleistet wird.“

Der Vizepräsident des bayerischen Sparkassenverbandes, Rudolf Faltermeier, würdigte den beeindruckenden
Unternehmer-Wettbewerb als „Symbol für den Schwung und die Aufbruchstimmung der Wirtschaft in Hochfranken“.
Die unternehmergeführten, von ihren Inhabern geprägten Betriebe seien die „kreativen Schnellboote der deutschen
Wirtschaft“. Entscheidungsfreudig und präzise in der Umsetzung seien sie anderen oft voraus. So habe es Deutsch-
land erneut zum Exportweltmeister-Titel gebracht. Faltermeier: „Es ist ein gigantischer Erfolg, im globalen
Wettbewerb derart die Nase vorn zu haben.“ In der Öffentlichkeit werde das oft verkannt: „Ganz klar:
Die Lage ist besser als die Stimmung.“

Den ersten Mittelstandslöwen überreichte der Vorstandsvorsitzende der Hofer Sparkasse, Reinhard Gerstner.
Für „Produkt-Innovation“ wurden die Hofer Symphoniker geehrt, nicht nur, weil sie deutschlandweit als
herausragende Kultur-Botschafter der Region unterwegs sind und eine bundesweit einmalige Musikschule betreiben,
sondern auch wegen ihrer immer wieder bewiesenen Innovationsfreude. So mit dem Programm „Amadeus rockt“,
bei dem das Orchester, gemeinsam mit der Band „Radspitz“, Tausende von Menschen an die klassische Musik
herangeführt habe. Die künftige Symphoniker-Intendantin Ingrid Schrader und „Radspitz“-Chef Klaus Pfreundner
nahmen den Preis hocherfreut entgegen: „Allein, dass wir hier gewinnen konnten, ist schon eine Innovation“,
sagte Schrader.

Den „Start-Up“-Preis für erfolgreiche Firmen-Neugründungen übergab Vizepräsident Faltermeier.
„Mein Markt ist die Welt“, habe sich das Oberkotzauer Medizintechnik-Unternehmen IME-DC selbst- bewusst
gesagt – und die internationalen Branchenriesen das Fürchten gelehrt.

Hightech-Geräte in alle Welt
Die Firma, die Faltermeier zufolge „den Mercedes unter den Blutzucker-Messgeräten“ herstellt, habe ihre Beleg-
schaft in vier Jahren verdreifacht und liefere ihre Hightech-Geräte in alle Welt. Faltermeier: „Selbst die saudische
Königsfamilie gehört zu ihren Kunden.“ Besonders lobte der Laudator, dass das Unternehmen demnächst auch die
Produktion nach Hochfranken verlagern wolle.

Geschäftsführer Serif Kamalak und sein Stellvertreter Jürgen Friedrich nahmen die wertvolle Porzellan-Trophäe
in Empfang. „Der Glaube an unsere Idee hat sich gelohnt“, sagte Kamalak, der seinem gesamten Team dankte.
„Wir exportieren jetzt in 35 Länder. Und wir hoffen, weiter für positive Furore sorgen zu können.“

Seit vielen Jahren erfolgreiche Firmen präsentierte der Vorstandschef der Sparkasse Fichtelgebirge, Bernd Würstl,
in der Kategorie „Lebenswerk“. Der Preis ging an Franz H. Leupoldt und Dr. Laura Krainz-Leupoldt von der Heinrich
Leupoldt KG in Weißenstadt. So wie „Tempos“ im Sprachgebrauch für Papiertaschentücher stehe, stehe „Pema“
für Vollkornbrot, sagte Würstl. Das Unter- nehmen, das nicht nur den deutschen Markt erobert habe, sondern
in achtzig Länder der Welt exportiere, „steht da wie eine Eins“.

Franz H. Leupoldt freute sich – auch im Namen seiner Frau und der „ganzen hoch motivierten
Mannschaft“ – über die Ehrung. Sein Festhalten am eisernen Grundsatz, ausschließlich naturnahe
Rohstoffe von heimischen Äckern zu verwenden, habe sich bewährt.

Der von Frankenpost-Geschäftsführer Thomas Regge verliehene Leserpreis ging an die Gastronomen-
Familie Pielorz aus Tröstau und ihr „Schmankerl-Hotel und -Restaurant Bauer“. Dort, sagte Regge,
wolle das Team „immer noch ein bisschen besser sein, als es der Gast erwartet“.

Unter den Besten in Bayern
Dieser Einstellung sei zu verdanken, dass man im aktuellen Michelin-Führer unter den besten
Restaurants Bayerns geführt werde. Antje Pielorz dankte, versicherte „Wir werden weiter unser
Bestes geben“ und machte gleich ein wenig Werbung für ihr Haus.

Sparkassen-Chef Gerstner wird das gefallen haben. Schon eingangs hatte er betont: „Diese Region
hat enormes Potenzial. Wir müssen uns nicht verstecken. Und wir sollten uns nicht verstecken.
“ Denn, so Gerstner weiter: „Ein Löwe muss brüllen.“

 
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